MITTEILUNGEN

Wie immer möchte ich meinen Rundbrief mit ein paar aktuellen Mitteilungen beschliessen. Weitere Nachrichten folgen in meinem nächsten Rundbrief.

1. Das neue Sekretariat für Liturgie im O.Cist.

In meinem Rundbrief 5 zur Fasten- und Osterzeit 2006 habe ich bereits ausführlich über dieses neue Sekretariat berichtet, das vom Generalkapitel des Jahres 2005 mit einem entsprechenden Statut eingesetzt worden ist und die grosse Liturgische Kommission des Ordens, die 1933 ins Leben gerufen worden war, ablöst. Gemäss diesem Statut von 2005 ist es Aufgabe der ersten Ordenssynode, die auf ein ordentliches Generalkapitel folgt, die Mitglieder des Sekretariates zu wählen: einen Sekretär (eine Sekretärin) und zwei Assistenten (Assistentinnen). Das ist nun auf der Ordenssynode geschehen, die vom 25.-28. September 2007 in Rom stattfand. Am 28. September wählte die Synode:

als Sekretär: P. Alberich M. ALTERMATT, Hauterive-Eschenbach (seit 1976 Sekretär und seit 1993 Präsident der Liturgischen Kommission)

und als Assistenten: Fr. Xavier GUANTER, Poblet (Directorista des Ordens)

und Fr. Isaia GAZZOLA, Lérins (Dozent für Liturgiewissenschaft am „Institut Supérieur de liturgie“ in Paris).

Wir sind nun daran unsere Arbeit zu organisieren und koordinieren.

2. Eine eigene, neue Homepage für Liturgie

Seit ein paar Monaten ist die Liturgie von der Homepage des Ordens auf eine eigene Homepage übertragen worden, die folgende Adresse hat, aber weiterhin durch einen Link auf der Homepage des Ordens abrufbar ist:

www.ocist.net./liturgy/

Diese Website, die immer noch im Auf- und Ausbau ist, wird von Sr. Michaela ARNAUD, Boulaur, betreut, der wir für diesen wertvollen Dienst ganz herzlich danken. Sie nimmt immer gerne auch Anregungen entgegen. Unter der angegebenen Internetadresse kann man sich schnell über Liturgie und Ordensliturgie informieren. Hier findet man auch die bisher veröffentlichten liturgischen Rundbriefe des Sekretärs und ihre Übersetzungen.

3. Die lateinische Edition des „Stephansbreviers“ („The Primitive Cistercian Breviary“) von ca. 1131

Nach einer wechselvollen Geschichte ist nun die Edition des zu Beginn des Zweiten Weltkrieges von P. Konrad KOCH (+1955), Himmerod, in Berlin entdeckten „Stephansbreviers“ abgeschlossen und erschienen. Anlässlich der Veröffentlichung dieser lang erwarteten Edition fand am 19. Mai 2007 im Kapitelsaal des ehemaligen Klosters Wettingen (Schweiz) eine von Abtpräses Kassian LAUTERER, Mehrerau, und Prof. Martin KLÖCKENER, Universität Fribourg, organisierte Feier statt. Nach den Vorarbeiten von P. Konrad KOCH, P. Bruno GRIESSER (+1965) [Mehrerau], Abt Kassian LAUTERER und P. Alberich M. ALTERMATT hat P. Chrysogonus WADDELL OCSO, Mönch der Abtei Gethsemani (U.S.A.), der bekannt ist für mehrere zisterziensische Quelleneditionen, aufgrund seiner Forschungen und Entdeckungen die Edition des „Stephansbreviers“ völlig neu gemacht und vollendet. Er war bei der Buchpräsentation am 19. Mai zusammen mit seinem Prior Gerlac in Wettingen anwesend (leider hat er inzwischen einen Schlaganfall erlitten und ist in seiner Gesundheit sehr beeinträchtigt). Die 720 Seiten umfassende Edition ist in der bekannten liturgiewissenschaftlichen Reihe „Spicilegium Friburgense“ (Fribourg) als Band 44 herausgekommen. Dank der finanziellen Unterstützung durch die Mehrerauer-Kongregation und die Trappistenabteien von Gethsemani und Scourmont (Belgien) konnte der Band ohne allzu grossen Probleme erscheinen.

Das „Stephansbrevier“ (so von P. Konrad KOCH genannt), dem P. Chrysogonus WADDELL nun den Titel gab: „The Primitive Cistercian Breviary“, stammt von ca. 1131 und ist nicht nur der älteste Zeuge der frühen Zisterzienserliturgie, sondern auch einer der ersten Zeugen der Entstehung des Breviers (als Buchtyp). Von daher kommt dieser Edition eine wichtige liturgiegeschichtliche Bedeutung zu. Sehr wertvoll an dieser Edition ist die Berücksichtigung (im Apparat) der zweiten, sogenannten „bernhardinischen“ Liturgiereform (Recensio II) im Orden, so dass man einen guten Einblick in die Entwicklung der Zisterzienserliturgie im 12. Jahrhundert bekommt, wobei die „bernhardinische“ Liturgiereform sich ja bis ins 20. Jahrhundert, zum Teil bis heute, auswirkte. Das „Stephansbrevier“ war übrigens für die Erneuerung unserer Liturgie nach dem Zweiten Vatikanum eine wichtige Quelle (zum Beispiel für die Liturgie in Hauterive und in Heiligenkreuz). Hier die bibliographischen Angaben zur Edition:

Chrysogonus WADDELL, The Primitive Cistercian Breviary (Staatsbibliothek zu Berlin, Preussischer Kulturbesitz, Ms. Lat. Oct. 402) with Variants from the „Bernardine“ Cistercian Breviary, Freiburg (Schweiz): Academic Press 2007 (= Spicilegium Friburgense 44). Preis: Euro 80.- (CHF 125.-).

4. Das nachsynodale Apostolische Schreiben „SACRAMENTUM CARITATIS“ von Papst BENEDIKT XVI. vom 22. Februar 2007 „Über die Eucharistie: Quelle und Höhepunkt von Leben und Sendung der Kirche“

Im vergangenen Jahr ist – neben dem Apostolischen Brief „Motu Proprio“ „SUMMORUM PONTIFICUM“ vom 7. Juli 2007 (darauf gehe ich im nächsten Rundbrief ein) –  dieses  sehr wichtige römische Dokument zur Liturgie herausgekommen. Es handelt sich dabei um das päpstliche Abschlussdokument zur Elften Ordentlichen Vollversammlung der Bischofssynode, die vom 2. bis zum 23. Oktober 2005 im Vatikan stattfand und deren Thema eben die heilige Eucharistie war.  Dieses in 3 Teile gegliederte Dokument: „Eucharistie, ein Geheimnis, an das man glaubt“ (I.), „Eucharistie, ein Geheimnis, das man feiert“ (II.) und „Eucharistie, ein Geheimnis, das man lebt“ (III.), ist eine grossartige Synthese von Theologie, Spiritualität und Praxis der heiligen Eucharistie. Besonders der II. Teil ist dem praktischen Vollzug der heiligen Eucharistie gewidmet und ruft manche liturgischen Weisungen und Prinzipien in Erinnerung, die man – auch in unseren Gemeinschaften – zum Teil vergessen haben könnte.  Im III. Teil handelt Nr. 81 von „Eucharistie und gottgeweihtem Leben“.

In diesem Jahr wird übrigens in Rom die Zwölfte Ordentliche Vollversammlung der Bischofssynode tagen, zu einem Thema, das an der letzten Synode anschliesst, nämlich: „Das Wort Gottes in Leben und Sendung der Kirche“.

       

 

 

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