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MITTEILUNGEN1. Das Paulusjahr 2008/2009 und das Fest der Bekehrung des heiligen Apostels Paulus am 25. Januar 2009 Am 28. Juni 2008 hat bekanntlich Papst BENEDIKT XVI. in der Basilika St. Paul vor den Mauern in Rom aus Anlass des 2000. Geburtstages des heiligen Völkerapostels PAULUS VON TARSUS (ca. 8/9-64/67 n. Chr.) feierlich das Paulusjahr eröffnet, das noch bis zum 29. Juni 2009, dem Hochfest der heiligen Apostel Petrus und Paulus, dauern wird. Im Rahmen dieses Jubeljahres kommt dem Fest der Bekehrung des heiligen Apostels Paulus am 25. Januar 2009 eine besondere Bedeutung zu. Der 25. Januar fällt im Jahr 2009 zwar auf einen Sonntag, aber nach einem Dekret der Römischen Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung kann an diesem 3. Sonntag im Jahreskreis ausnahmsweise die Messe von der Bekehrung des heiligen Apostels Paulus (mit Credo!) gefeiert werden, wobei die zweite Lesung vom betreffenden Sonntag genommen wird (vgl. unser Ordensdirektorium 2008/2009, S. 36). Das Offizium hingegen ist vom Sonntag. Im Übrigen informieren verschiedene Websites regelmässig über Anlässe, Feiern und Publikationen zum Paulusjahr, zum Beispiel: www.annopaolino.org oder für den deutschen Sprachraum: www.paulusjahr.info/, www.dbk-paulusjahr.de. 2. Das Ordensdirektorium 2008/2009 Rechtzeitig vor Beginn des neuen Kirchenjahres haben alle unsere Klöster wieder das neue Ordensdirektorium „Ordinis Cisterciensis Directorium Divini Officii pro anno liturgico 2008/2009“ erhalten. Dieses Direktorium wird jedes Jahr im Einklang mit dem Direktorium der Weltkirche und unter Berücksichtigung unserer Ordenstraditionen von unseren Mitbrüdern Fr. Xavier GUANTER und P. Jésus M. OLIVER, Poblet, vorbereitet, und zwar mit grosser Sorgfalt. Dem hochwürdigsten Herrn Abt Joseph ALEGRE und unseren eifrigen Direktoristen von Poblet möchte ich unseren anerkennenden Dank sagen für diese Arbeit, aber auch für den Versand des Direktoriums an alle unsere Gemeinschaften. Gott vergelte es ihnen! Das Direktorium will eine praktische Hilfe zur täglichen Gestaltung der Liturgie sein, besonders auch in Zweifelsfällen. Es ist jedoch auch ein Band der Einheit, das alle unsere Klöster weltweit miteinander verbindet, vor allem durch die vielen Hinweise auf die Eigenfeste der einzelnen Klöster. Allfällige Vorschläge oder Änderungen möge man bitte direkt an die Direktoristen in Poblet schicken. 3. Die Liturgie des Klosters Heiligenkreuz bei Wien Das Kloster Heiligenkreuz, das für die würdige Feier der Liturgie immer schon bekannt war, hat durch den Besuch von Papst BENEDIKT XVI. am 9. September 2007 in der Öffentlichkeit noch mehr Aufmerksamkeit erfahren. Die Ansprache des Papstes anlässlich dieses seines Aufenthaltes in Heiligenkreuz, deren Hauptthema die Bedeutung und Würde der klösterlichen Liturgie war und die überall auf grosses Interesse gestossen ist, gehört zum Schönsten, was je über Sinn und Zweck des monastischen Gotteslobes gesagt oder geschrieben worden ist. Dieser Text von Papst BENEDIKT XVI. verdient es, gerade von uns Mönchen und Nonnen immer wieder gelesen und meditiert zu werden. Ich möchte auf zwei Veröffentlichungen von Heiligenkreuz hinweisen, die in den internationalen Medien unglaublichen Erfolg haben und von denen Sie wohl schon gehört haben. Es handelt sich um zwei CDs mit Gregorianischen Gesängen (Zisterzienser Choral), beide erschienen in England („Made in EU“) bei „Universal Music... ucj“. BIEM/SABAM. 4766774 und 4766989: 1. „Chant – Music for Paradise. The Cistercian Monks of Stift Heiligenkreuz”, 2008. Inhalt: Antiphon “In paradisum”; Responsorien “Subvenite” und “Libera me”; Missa pro defunctis; Komplet; Introitus “Spiritus Domini” und Communio “Factus est repente”. 2. “Chant – Music for Paradise. The Cistercian Monks of Stift Heiligenkreuz”, Extra-CD, 2008. CD 1: Identisch mit der kurz vorher erschienen CD. CD 2: Gregorianische Gesänge aus der Advents- und Weihnachtszeit. Weitere Angaben findet man unter: www.chantmusicforparadise.com und www.stift-heiligenkreuz.org. Noch eine andere Publikation von Heiligenkreuz ist von Bedeutung. Zum bekannten „Heiligenkreuzer Brevier“ hat die Abtei gedruckte Chorbücher hergestellt, von denen auch eine sehr schön gestaltete und mit Melodien versehene Handausgabe erschienen ist: „Officium Divinum ad normam institutionis de liturgia horarum pro monasteriis Ordinis Cisterciensis a Congregatione pro cultu divino die 27 novembris 1974 approbatae, dispositum. Liturgia Horarum Ordinis Cisterciensis. Psalterium per duas hebdomadas distributum, Editio Abbatiae ad S. Crucem in Austria. Typis Officinae Sancrucensis 2006”, 638 Seiten. Die Psalmen sind entsprechend dem “Heiligenkreuzer Brevier” auf zwei Wochen verteilt (Schema von P. Guido GIBERT O.Cist., Valdedios). Dieses lateinische Psalterium nach der von Rom vorgeschriebenen sogenannten „Neo-Vulgata“ wird auch dem Orden gute Dienste erweisen, etwa zur Feier des gemeinsamen Stundengebetes beim Generalkapitel, bei der Ordenssynode oder bei anderen internationalen Anlässen. Es kann aber auch für den privaten Gebrauch verwendet werden. 4. Ein Leben im Dienste der Zisterzienserliturgie: P. Chrysogonus WADDELL OCSO (1930-2008) Am Christkönigssonntag, am 23. November 2008, ist während der Konventmesse P. Chrysogonus WADDELL OCSO, Mönch der Abtei Gethsemani (Kentucky, U.S.A.), im Alter von 78 Jahren gestorben. Das ist für die ganze zisterziensische Ordensfamilie, die ihm viel zu verdanken hat, ein unermesslicher Verlust. P. Chrysogonus hat mit grosser Begeisterung (Begeisterung: das war sein Charisma!) und Liebe sein ganzes Leben in den Dienst der Zisterzienserforschung gestellt. Seine Studien und Quelleneditionen zu den Anfängen von Cîteaux sind heute die wissenschaftliche und solide Grundlage für jegliche Beschäftigung mit der Frühzeit der Zisterzienser. Vor allem aber war P. Chrysogonus der beste Kenner der frühen Zisterzienserliturgie, über die er viele Untersuchungen und in der von ihm begründeten und herausgegebenen Reihe: „Cistercian Liturgy Series“ mehrere interessante Quelleneditionen veröffentlicht hat. Sein letztes grosses Werk aber war die Edition des sogenannten „Stephansbreviers“ von ca. 1131, das in seiner Gegenwart, am 19. Mai 2007 im Kapitelsaal des ehemaligen Zisterzienserklosters Wettingen (Schweiz), einem Gremium von Spezialisten und Interessierten vorgestellt worden ist (vgl. meinen Rundbrief Nr. 7 zum Fest der Darstellung des Herrn am 2. Februar 2008). P. Chrysogonus hat selber jahrelang auch eine eigene liturgische Zeitschrift redigiert und herausgegeben: „Liturgy. Cistercians of the Strict Observance“, die sehr geschätzt wurde. In seiner Abtei war er Organist und, nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965), Schöpfer der liturgischen Gesänge, die dann auch von anderen amerikanischen Abteien übernommen worden sind. Mit seinem reichen historischen und liturgischen Wissen beriet er auch immer wieder unsere Liturgische Kommission. Zu seinem 50. Professjubiläum im Jahre 2002 ist eine Festschrift erschienen: E. Rozanne ELDER (Hg.), Praise No Less Then Charity. Studies in Honor of M. Chrysogonus Waddell, Monk of Gethsemani Abbey, Kalamazoo, Michigan: Cistercian Publications 2002 (= Cistercian Studies Series 193). Im vergangenen Jahr haben einige seiner Freunde Ostergesänge von P. Chrysogonus zu einer schönen CD zusammengestellt und veröffentlicht: „Chrysogonus Waddell, OCSO, Christ Is Risen, Truly Risen! Easter Chants and Anthems. Performed by the William Ferris Chorale; Paul French, Music Director, World Library Publications: Franklin Park 2007 (WLP 002311). P. Chrysogonus WADDELL hätte noch viele Projekte gehabt, aber ein Hirnschlag, den er bald nach der Feier in Wettingen erlitten hatte, machte leider seinem Forschen und Arbeiten ein vorzeitiges Ende. Ganz typisch für ihn war, dass er seine Briefe gewöhnlich begann mit dem Gruss: „Lumen Christi cum gaudio“ oder „Lumen Christi cum pace“! Dieses Licht des auferstandenen Christus leuchte ihm nun in alle Ewigkeit! R.I.P. |
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