RUNDBRIEF
DES PRÄSIDENTEN DER LITURGISCHEN KOMMISSION
O.CIST.
AN DIE KLÖSTER DES ORDENS

ADVENT 2002

PAX

Liebe Mitschwestern!
Liebe Mitbrüder!

Auf Wunsch unseres Herrn Generalabtes Maurus und der letzten Ordenssynode werde ich als neu gewählter Präsident der Liturgischen Kommission O.Cist. in Zukunft ab und zu einen „liturgischen“ Rundbrief an alle unsere Klöster schreiben. Wie es der Herr Generalabt in seinem Begleitschreiben erklärt hat, geht es dabei vor allem darum, unseren Gemeinschaften Anregungen, Hilfen und Informationen zu einer würdigen Feier der klösterlichen Liturgie zu geben. Am 4. Dezember 1963 – vor vierzig Jahren also! – wurde als erster Text des Zweiten Vatikanischen Konzils die Liturgiekonstitution „Sacrosanctum Concilium“ feierlich promulgiert. Seither hat in der Kirche und auch in unserem Orden eine der grössten Liturgiereformen aller Zeiten stattgefunden. In der Praxis sind sehr viele von diesen Reformprogrammen umgesetzt worden, aber noch nicht alle! Was jetzt aber Not tut, das ist eine theologisch-spirituelle Vertiefung der erneuerten Liturgie. Gerade dazu möchten meine Rundbriefe beitragen, die ich jetzt mit der Adventszeit 2002 beginne. Aus diesem Anlass möchte ich ein paar Gedanken zum Advent und seiner liturgischen Gestaltung machen.

DER    ADVENT

Im wunderbaren Weihnachtshymnus „Christe, Redemptor omnium“ aus dem 6. Jahrhundert, der auch in unserer Zisterzienserliturgie vorkommt, heisst die vierte Strophe so:

„Das kündet uns der grosse Tag,
der wiederkehrt im Jahreskreis,
dass du vom Thron des Vaters kamst
als Heiland, der die Welt erlöst“

Eine kürzere und schönere Einführung in die Feier des Advents und des neuen Kirchenjahres könnte es nicht geben! Nach der „Grundordnung des Kirchenjahres“ (1969) hat die Adventszeit, die liturgisch gesehen mit der ersten Vesper des ersten Adventssonntags beginnt und vor der ersten Vesper von Weihnachten schliesst (vgl. ebd., Nr. 40), einen doppelten Charakter, nämlich: „Sie ist einerseits Vorbereitungszeit auf die weihnachtlichen Hochfeste mit ihrem Gedächtnis des ersten Kommens des Gottessohnes zu den Menschen. Andererseits lenkt die Adventszeit zugleich durch dieses Gedenken die Herzen hin zur Erwartung der zweiten Ankunft Christi am Ende der Zeiten. Unter beiden Gesichtspunkten ist die Adventszeit eine Zeit hingebender und freudiger Erwartung(Nr. 39). Der Advent (das Wort stammt bekanntlich aus dem Lateinischen: „adventus“ und bedeutet „Ankunft“) hat demnach zwei Aspekte, die untrennbar miteinander verbunden sind. Der Advent ist 1. die Vorbereitungszeit auf die weihnachtlichen Hochfeste, deren Festinhalt die erste Ankunft des Erlösers Jesus Christus in seiner Menschwerdung ist („dass du vom Thron des Vaters kamst als Heiland, der die Welt erlöst“). 2 Der Advent ist immer auch eine besonders intensive Zeit der Erwartung der zweiten Ankunft Christi am Ende der Zeiten („damit wir voll Zuversicht das Kommen unseres Erlösers Jesus Christus erwarten“). Diese zwei Blickrichtungen des Advents kommen in der täglichen Liturgie der Adventswochen immer wieder zum Ausdruck: in den Präfationen vor allem, aber auch in den Gebeten, biblischen Lesungen und Gebeten.

Als Zeit der Vorbereitung hat der Advent zwar einen gewissen Busscharakter, aber die Kirche betont doch sehr stark, dass die „Adventszeit eine Zeit hingebender und freudiger Erwartung ist“. Das ist denn auch der entscheidende Unterschied zwischen der Advents- und der Fastenzeit (der vierzigtägigen österlichen Busszeit). Während die Fastenzeit vor Ostern eine ausgesprochene Busszeit ist, ist der Advent vor Weihnachten „eine Zeit hingebender und freudiger Erwartung“. Diesen Unterschied müssten wir darum auch in unserer klösterlichen Praxis berücksichtigen, etwa dadurch, dass im Advent der Busscharakter (vor allem das Fasten) weniger stark akzentuiert wird als in der eigentlichen Fastenzeit. Zu der gerade der Adventszeit eigenen Freude laden uns unablässig die schönen Texte und Melodien der Adventsliturgie ein. Alle übrigens, die für den lateinischen Gesang noch das alte Zisterzienserantiphonar verwenden, möchte ich darauf aufmerksam machen, dass man für die erste Vesper der Adventssonntage unbedingt die Antiphonen der zweiten Vesper vorausnehmen sollte, da der Sonntag ja bereits mit der ersten Vesper beginnt (also nicht die Ferialantiphonen!).

            Mit dem Advent beginnt das neue Kirchenjahr oder Herrenjahr, „das heisst der Kreis der Kirchenjahrzeiten, Hochfeste und Feste, der das Erlösungsmysterium (in Christus) im Lauf des liturgischen Jahres entfaltet und feiert“ (Grundordnung des Kirchenjahres, Nr. 50a). Von Papst PIUS XII. (+1958) stammt das bedeutsame Wort: „Das liturgische Jahr ist Christus selbst“. Wenn nach christlicher Auffassung das Kirchenjahr einem Kreis verglichen werden kann wie es im zitierten Weihnachtshymnus auch angedeutet ist: „Das kündet uns der grosse Tag, der wiederkehrt im Jahreskreis (Hic praesens testatur dies, currens per anni circulum)“, so hat der grosse Liturgiker P. Odo CASEL OSB (+1948) sehr gut dargelegt, wie das richtig zu verstehen ist, nämlich: „Die Entwicklung geht im Kreise, aber nicht wie eine Schlange, die sich in den Schwanz beisst [das war das antike Zeitverständnis], sondern wie eine Linie, die sich in Spiralen höher hebt, die sich wie eine Schraube emporwindet“. Warum aber feiern wir Christinnen und Christen immer wieder Advent, da Christus doch schon gekommen ist und bei uns ist? Auf diese Frage antwortet P. Odo CASEL: Christus, der ständig Kommende, soll bei uns Jahr für Jahr immer besser ankommen! Jahr für Jahr will er uns immer mehr verwandeln in „sein eigenes Bild, von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, durch den Geist des Herrn“ (2 Kor 3,18). In unserer zisterzienzischen Tradition haben wir wunderschöne Texte und Erklärungen zum Advent und überhaupt zum Kirchenjahr, die uns auf diesem Weg des „Christus gleichförmig-Werdens“ helfen und führen können. Es sind dies vor allem die „liturgischen“ Predigten des heiligen BERNHARD (+1153) und des seligen GUERRIC (+1157), die wir vornehmlich jetzt in der Advents- und Weihnachtszeit gemeinschaftlich oder privat wieder einmal lesen könnten.

            Im Laufe der Zeit hat sich eine Vielfalt von ADVENTSBRÄUCHEN entwickelt, von denen ich nun einige erwähnen und erklären möchte.

1. Der Adventskranz

Bis vor wenigen Jahren war dieser Adventsbrauch nur in den deutschsprachigen Ländern bekannt, verbreitet sich jetzt aber zusehends auch in anderen Regionen. Der Adventskranz ist aus evangelischen Hausandachten entstanden und zum ersten Mal 1833 in Hamburg-Horn belegt. Es ist ein aus grünen (Tannen-)Zweigen geschmückter Kranz, manchmal umwunden mit einem violetten Band, auf dem vier Kerzen angebracht sind, die nacheinander zu den vier Adventssonntagen entzündet werden. Am ersten Adventssonntag brennt eine Kerze, am zweiten Adventssonntag (ab der ersten Sonntagsvesper!) zwei usw. Der Adventskranz hat eine tiefe Symbolik. Zunächst versinnbildet er sehr anschaulich den Jahreskreis des Kirchenjahres, den „Jahreskranz der Güte Gottes“ (J. TYCIAK). Mit den Kerzen verweist er auf Christus, das wahre Licht, das in der wachsenden Finsternis des Winters leuchten soll (vgl. Joh 1,5). Der Advent möchte durch die Adventskerzen immer mehr Licht geben und zu Christus, dem Licht des Weihnachtsfestes, hinführen. Der grüne Kranz bedeutet Leben (die Geburt Jesu) und Gemeinschaft.

In unseren deutschsprachigen Klöstern wird für gewöhnlich ein Adventskranz in der Kirche aufgestellt oder aufgehängt, ein anderer oder andere in den Konventräumen. In der Klosterkirche sollte er aber so angebracht sein, dass er den Ablauf der liturgischen Feiern nicht hindert – und keinesfalls auf dem Altar! Es haben sich mit der Zeit verschiedene Formen und Arten von Adventskränzen entwickelt, die aber liturgisch betrachtet nur dann sinnvoll sind, wenn sie wirklich auch die Kreisform haben.

Das „Benediktionale“ für die katholischen Bistümer des deutschen Sprachgebietes (1996) hat ein eigenes Formular für die Segnung des Adventskranzes und der Adventskerzen (vgl. Seiten 25-33). Für unsere klösterliche Liturgie bieten sich dazu etwa diese zwei Gelegenheiten an: a) bei der ersten Vesper des ersten Adventssonntags, zum Beispiel nach der Kurzlesung (Capitulum) und dem darauffolgenden Antwortgesang (Responsorium), vielleicht verbunden mit einer kurzen Ansprache. Die Äbtissin/der Abt könnte dann zum Magnificat die erste Kerze anzünden oder b) zu Beginn der Eucharistiefeier des ersten Adventssonntags, nach der Eröffnung des Gottesdienstes.

2. Die Rorate-Messen

Ein anderer beliebter Adventsbrauch sind die Rorate-Messen, so genannt nach dem Introitus „Rorate, caeli, desuper... Tauet, Himmel, den Gerechten“ (Jes 45,8). Ihr Ursprung dürfte im 15. Jahrhundert in den Alpenländern zu suchen sein. Anfänglich war die Rorate-Messe eine Votivmesse zu Ehren der Gottesmutter Maria und wurde darum vorwiegend an den Samstagen der Adventszeit gefeiert. Man nannte sie auch „Engelamt“ (weil das Verkündigungsevangelium gelesen wurde: Lk 1,26-38) oder „Goldene Messe“. Das Besondere an der Rorate-Messe ist, dass sie bei Kerzenlicht gefeiert wird. Um dem Advent seine besondere Prägung zu geben, könnte man also an den Werktagen der Adventszeit – aber nach den Normen der Kirche nur bis zum 16. Dezember! – einmal oder mehrmals eine solche Rorate-Messe feiern. Das Wichtigste daran ist eine gewisse Feierlichkeit und eben die Tatsache, dass man sie bei Kerzenlicht feiert und sinnigerweise als Eröffnungsgesang das „Rorate, caeli“ singt. Das „Messbuch“ für die Bistümer des deutschen Sprachgebietes hält für die Feier der Rorate-Messe ein eigenes Formular bereit, und zwar als Marien-Votivmesse im Advent (vgl. Seiten 890-892).

3. Die O-Antiphonen

Höhepunkt der Adventswochen sind die Tage vom 17. bis 24. Dezember, die bekanntlich eine privilegierte Stellung haben, da sie „unmittelbar auf die Vorbereitung von Weihnachten hingeordnet sind“ und „allen gebotenen Gedenktagen vorgehen“ (vgl. Grundordnung des Kirchenjahres, Nr. 42 und Nr, 16b). In einer Art „Weihnachtsnovene“ führen die Texte der Messfeier und des Stundengebetes gleichsam „stufenförmig“ zur Feier des Weihnachtsgeheimnisses hin. Was diese Tage besonders auszeichnet, sind die sieben grossartigen Magnificat-Antiphonen - und in der erneuerten Liturgie jetzt auch die sieben Halleluja-Rufe der Messfeiern! - , die alle mit „O“ beginnen und darum als „O-Antiphonen“ bezeichnet werden. Sie sind schon für das 7./8. Jahrhundert bezeugt und gelten als literarische und musikalische Kunstwerke. Sie verbinden die Messiasanrufung („O...“) mit der Bitte um sein Kommen (eingeleitet mit: „veni –komm!“) und lehnen sich an altestamentliche Schriftstellen an (namentlich an das Buch Jesaja). Nach unserer Ordenstradition werden diese O-Antiphonen jeweils von der Äbtissin/vom Abt angestimmt und von allen „extra stallum“ gesungen. In Kathedral- und Abteikirchen gab es sogar den Brauch, dass dazu die grosse Glocke geläutet wurde. Im übrigen hat man herausgefunden, dass die Anfangsbuchstaben dieser sieben Antiphonen das lateinische Wort: „ERO CRAS“ ergeben: „Morgen werde ich dasein“!

4. Die Antiphon „Alma Redemptoris Mater“

In der Advents- und Weihnachtszeit singt man traditionsgemäss als marianische Schlussantiphon der Vesper: „Alma Redemptoris Mater“: „Erhabne Mutter des Erlöres“. Nach dem Zeugnis des Zisterziensers CAESARIUS VON HEISTERBACH (+ nach 1240) wäre der Dichter dieser Antiphon der Mönch HERMANN DER LAHME (+1054) gewesen. Sie ist zum ersten Mal in einem Antiphonar des 12. Jahrhunderts (Kloster St-Maur-des-Fossés in Paris) belegt. In wenigen Worten und mit sprechenden Bildern (wie etwa dem der Himmelspforte [caeli porta]) fasst das „Alma Redemptoris Mater“ das Weihnachtsgeschehen zusammen.

In diesem Zusammenhang möchte ich noch etwas Allgemeines zu den Marianischen Schlussantiphonen sagen. Gemäss der römischen Tradition werden diese am Schluss der täglichen Komplet gesungen, während es aber in unserem Orden seit dem Jahr 1251 Gepflogenheit ist, nach der Komplet das „Salve, Regina“ zu singen. Das hat zur Folge, dass wir die übrigen marianischen Antiphonen je nach der Zeit des Kirchenjahres der Vesper zuordnen. Seit 1533 hat in unserer Liturgie auch die Antiphon „Sub tuum praesidium“, das älteste Mariengebet der Christenheit (aus dem 3./4. Jahrhundert), einen Platz erhalten, und zwar am Morgen, am Schluss der Laudes. Nach der heutigen Regelung werden diese Antiphonen nach dem Schlussgebet von Laudes und Vesper gesungen, unmittelbar vor dem Abschluss „Benedicamus Domino“ (bei der Komplet nach dem Segensspruch) und daher nicht mehr – wie vor der Liturgiereform! – mit Versikel und Oration (auch nicht nach dem „Salve Regina“!). Nachdem unser Zisterzienserorden Maria als seine ganz besondere Patronin: „Ordinis patrona singularissima“ (Generalkapitel von 1488) verehrt, wäre es eigentlich angebracht, diese marianischen Schlussantiphonen täglich zu nehmen, ausser an Muttergottesfesten, am Mariensamstag und im Triduum Sacrum, zumal dem theologisch und liturgisch nichts im Wege steht. So wäre es schade, ausgerechnet in der Weihnachtsvesper die Antiphon „Alma Redemptoris Mater“ nicht zu singen!

Andere Bräuche und Aspekte des Advents, der eine an Inhalt und Ausdrucksformen reiche Zeit ist, werde ich im Adventsbrief 2003 behandeln. Ich möchte hier nur noch auf zwei Bücher hinweisen, die für die Advents- und Weihnachtszeit wertvolle Informationen und Anstösse geben:

a)      Franz-Rudolf WEINERT, Der Weihnachtsfestkreis. Liturgie und Brauchtum, Matthias-Grünewald-Verlag Mainz 1993 (ausgezeichnet!),

b)      Manfred BECKER-HUBERTI, Lexikon der Bräuche und Feste. 3000 Stichwörter mit Infos, Tipps und Hintergründen, Herder Verlag Freiburg-Basel-Wien 2000 (vgl. entsprechende Stichwörter).

MITTEILUNGEN

Abschliessend noch ein paar Mitteilungen:

  1. Mit dem Advent tritt das „Ordinis Cisterciensis Directorium Divini Officii pro anno liturgico 2002/2003“ in Kraft. Das „Directorium“ wird nun seit einigen Jahren in Poblet vorbereitet, neuerdings von Fr. Xavier GUANTER O.Cist., dem „Directorista“ des Ordens. Wir alle sind ihm für seine Arbeit sehr dankbar. In den letzten drei Jahren haben wir im Ordensdirektorium einige Änderungen vorgenommen, und zwar im Sinne einer Anpassung an das „Directorium“ der Universalkirche. So haben wir beispielsweise in der neuesten Ausgabe die Bezeichung der liturgischen Klassen (I, II, III, IV classis) weggelassen, weil es eine solche Klassifizierung seit der Liturgiereform offiziell nicht mehr gibt. Wer bezüglich des „Directoriums“ konkrete Änderungen oder Verbesserungen wünscht, kann sich am besten direkt mit Fr. Xavier von Poblet in Verbindung setzen.
  1. Am 29. Juni 2001 ist nach einer gut dreissjährigen Wartezeit das neue lateinische „Martyrologium Romanum“ erschienen, und zwar als letztes liturgisches Buch der Liturgiereform nach dem Zweiten Vatikanum. Das neue „Martyrologium“ (das letzte datiert von 1584!) enthält die Namen von 6538 Heiligen und Seligen, von denen 1717 (fast ein Drittel) allein unter dem Pontifikat von Papst JOHANNES PAUL II. heilig- und seliggesprochen worden sind. Diese „Martyrologium“ muss jetzt auf Initiative der Bischofskonferenzen offiziell in die jeweilige Landessprache übersetzt werden. Aufgabe unseres Ordens (und aller Orden und Diözesen) ist es, ein „Supplementum“ zu diesem „Martyrologium Romanum“ zu erstellen, in das, entsprechend der von diesem angegebenen Kriterien, die Heiligen und Seligen des Ordens aufgenommen worden, von denen sich ein liturgischer Kult nachweisen lässt. Ich werde im nächsten Rundbrief das neue „Martyrologium“ näher vorstellen.
  1. Eine weitere liturgische Neuerscheinung, welche die Gesamtkirche betrifft, ist die dritte Auflage (editio typica tertia) des lateinischen „Missale Romanum“, die am 18. März 2002 in Rom präsentiert worden ist. Diese Neuauflage war seit längerem als „Messbuch 2000“ angekündigt. Es scheint, dass es im Vergleich mit den beiden früheren Ausgaben, im neuen Missale keine Aufsehen erregenden Neuerungen hat. Jedenfalls muss nun auch diese Version des „Missale Romanum“ in die grossen Weltsprachen übersetzt werden – und das wird einige Zeit in Anspruch nehmen! Auch über dieses neue Liturgiebuch schreibe ich Näheres im nächsten Brief an die Klöster.
  1. Schliesslich noch eine Anregung: In den deutschsprachigen Ländern ist das Jahr 2003 das „Jahr der Bibel“. Es sind überall bereits die verschiedensten Aktionen geplant. Die Anregung, die ich in diesem Zusammenhang machen möchte, ist die: dass wir in diesem „Jahr der Bibel“ dem heiligen Buch räumlich (vor allem in der Kirche) einen Ehrenplatz zuweisen. Nach dem letzten Konzil kam vielerorts der schöne Brauch auf, in den Kirchen durchgehend eine aufgeschlagene Bibel auszulegen. Das Zweite Vatikanische Konzil hat nämlich in der Offenbarungskonstitution „Die Verbum“ in Erinnerung gerufen: „Die Kirche hat die Heiligen Schriften immer verehrt wie den Herrenleib selbst...“ (Nr. 21)! Unsere Mitschwestern von Eschenbach – um noch einen anderen Vorschlag zu machen – haben sich für das „Jahr der Bibel“ vorgenommen, alle Sonntagsevangelien auf Hand zu schreiben und sie fortlaufend in ein von ihnen künstlerisch gestaltetes Evangeliar einzulegen. 

Mit meinen Segenswünschen für die kommende Festzeit und meinen brüderlichen Grüssen in Christo bleibe ich Ihr

 fr. Alberich M. Altermatt O.Cist.

Kloster Eschenbach (Schweiz), 13. November 2002

 

 

 

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